2022-09-26

Insolvenzrecht

Die Bedeutung der Nachlassinsolvenz hat in der Praxis zugenommen.

Die Durchführung eines Nachlassinsolvenzverfahren ist eine geeignete Möglichkeit zur nachträglichen Vermögensseparierung, um den Nachlassgläubigern den Zugriff auf das Eigenvermögen des Erben zu versperren und dessen Haftung zu beschränken, besonders dann, wenn die kurze Erbausschlagungsfrist abgelaufen ist und eine Anfechtung der Erbschaftsannahme nicht möglich ist (§§ 1954 ff, 119 ff BGB).

Darüber hinaus kann das Nachlassinsolvenzverfahren zur Auseinandersetzung zersplitterter Erbengemeinschaften genutzt werden, z. B. wenn Miterben vorverstorben sind, mehrere Erbengemeinschaften entstanden sind oder Miterben ins Ausland ausgewandert oder unbekannt verzogen sind.

Die Ankündigung der Einleitung eines Nachlassinsolvenzverfahrens ist jedenfalls ein probates Mittel, einen problematischen Miterben zu veranlassen, an einer einvernehmlichen Erbauseinandersetzung mitzuwirken oder gegen geringe Abfindung aus der Erbengemeinschaft auszuscheiden.